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Montag, 22. Dezember 2014
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Die Kirche

Familie Koch stellt ihre fachkundigen Informationen über die St. Prokuluskirche Interessierten und Neugierigen seit über 30 Jahren zur Verfügung.

St. Prokulus ist eine der ältesten frühchristlichen Kirchen in Südtirol. Erbaut im 7. Jahrhundert in Gedenken an den heiligen Prokulus beherbergt die kleine

Kirche einzigartige Fresken aus dem vorkarolingischen Zeitalter und zählt heute zu den bedeutendsten Kunstschätzen in Mitteleuropa. Neben den Wandmalereien aus dem 8. Jahrhundert sind auch die gotischen Fresken aus dem 14. Jahrhundert sehenswert. Die Schöpfungsgeschichte ist an der südlichen Außenwand dargestellt. Im Prokulusmuseum befinden sich die abgelösten gotischen Fresken, die sich über den vorkarolingischen Wandmalereien befanden.

Das St. Prokulus Patrozinium kam aus dem langobardischen Oberitalien nach Naturns. So sind dem Heiligen vor allem in der Gegend um Verona mehrere Kirchen geweiht. Dort ist Prokulus im 4. Jh. als Bischof überliefert. Der Legende nach musste er auf Betreiben des heidnischen Statthalters aus der Stadt fliehen. Mit diesem Ereignis wird der wohl bekannteste Bildausschnitt der Wandmalereien, der so genannte Schaukler, in Zusammenhang gebracht.

Besichtigungen und Führungen - fachkundig betreut von Familie Koch

Frau Maria Koch: Wenn Frau Koch durch die Kirche führt, so geht es ihr nicht zuerst um Wissensvermittlung, sondern um die Weitergabe des Glaubens. Die Kirche erzählt eine Geschichte des Lebens und Glaubens der Menschen. Wer sich in das frühe Mittelalter hineindenkt, indem die Menschen weder schreiben noch lesen konnten, dem wird deutlich, wie diese farbenreichen Bilder gewirkt haben. Ihre Aufgabe war es, die christliche Botschaft zu verkünden.

Herr Heinrich Koch: Seit mehr als 30 Jahren arbeitet der pensionierte Lehrer in der St. Prokulus Kirche als Führer. Langweilig wird es mit Heinrich Koch nicht: Die bunten Kühe und der Schaukler sind nämlich nicht die einzigen Besonderheiten in St. Prokulus. Zu fast jeder Darstellung hat er etwas Spannendes zu erzählen. "Byzantinische Mäanderkästchen und ein keltisches Band", er deutet auf die gut erhaltenen Verzierungen. "Beide zur Abwehr böser Geister. Und das in einer christlichen Kirche." Heinrich Koch ist ein Mensch mit festem Glauben, aber ohne Paradigmen. Für ihn bedeutet die Kirche St. Prokulus mit ihren scheinbaren Widersprüchen Versöhnung, eine Einigkeit der Religionen.

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