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Montag, 21. Mai 2012
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Plaus (519 m)

Mit etwa 680 Einwohnern und einem Gemeindegebiet von knapp 5 km² zählt die Naturnser Nachbargemeinde zu den Kleingemeinden Südtirols.

Die Geschichte der Ortschaft Plaus - „Palus" = lat. Sumpf - rund 4 km östlich von Naturns, erzählt von der Entstehung der Siedlung in einer Sumpf- und Moorlandschaft. Plaus wird 1270 erstmals erwähnt.

 

Die in der Talsohle verlaufende Etsch hat über Jahrtausende die Landschaft und die Menschen dort geprägt. Das Wasser der Etsch gestand den Menschen in Plaus nur sehr wenig fruchtbares Acker- und Weideland zu, das zusätzlich immer wieder überflutet wurde. So waren einer großen Besiedlung wirtschaftliche Grenzen gesetzt.

Daher sprach man bis ins vorletzte Jahrhundert scherzhaft von der Stadt, die „sieben Häuser" hat. Wegen der ständigen Überschwemmungen wurde Plaus auch als „klein Venedig" im Land bekannt. Noch heute erzählt man sich von „Gondolieri", die die Schüler einst in kleinen „Nachen" zur Schule gebracht haben sollen.

Heute, wo die Etsch „gebändigt" und geordnet in ihrem Flussbett Richtung Süden fließt, erinnert nur noch das Plauser Maskottchen, der Frosch, an die Entstehung und die „feuchte" Vergangenheit der kleinen Ortschaft. Ein überdimensionales Exemplar dieses Tiers ziert die Parkanlage im Dorf.

 

Im heute sehr fruchtbaren Talboden erstrecken sich ringsum das Dorf weitläufige Obstgärten, die an den Hängen des Sonnenbergs in romantische Weinhänge übergehen.

Mitten im Ort steht die malerische Pfarrkirche zum heiligen Ulrich. Ihr Turm ist ein typisch romanischer Bau. Die Gründung der Pfarre geht, Überlieferungen zufolge, auf Karl den Großen zurück. Die Kirche wird von einem modernen Kunstwerk umgeben. An der Friedhofsmauer hat der Vinschger Künstler Luis Stefan Stecher sich vor einigen Jahren in 18 Bildtafeln, den „Totentanzfresken", verewigt. Die Abbildungen von besonderer künstlerischer Bedeutung beschreiben in den dargestellten Szenen die bäuerlichen Traditionen und Persönlichkeiten der Gegend, machen auf soziale Randgruppen und unser aller ständigen Begleiter, den Tod, aufmerksam.

 

Vom Ortszentrum aus hat man das trutzige und imposante Schloss Dornsberg gut im Blick. Das heute noch bewohnte Schloss kann zwar nicht besichtigt werden, doch kann man sich das einstige Ritterleben dort mit etwas Fantasie sehr gut vorstellen. Direkt am Schloss vorbei führt der Rittersteig, einer von mehreren Wanderwegen, die in der unmittelbarer Umgebung von Plaus beginnen. Auch der Vinschgau Radweg führt am Ortsrand vorbei und der Etsch entlang in Richtung Naturns und bis zum Reschenpass oder in die andere Richtung nach Meran und Bozen und weiter bis zum Gardasee.

Für die Fitness empfehlen wir auch den Besuch des neu errichteten Alpin-Well-Fit-Parcours am Fuße des Nörderbergs.

 

Mit der Vinschgerbahn oder dem Bus erreichen Sie das Zentrum von Naturns in knapp 5 Minuten. Über die Etschpromenade oder durch die Obstgärten können Sie auch bequem in den Nachbarort wandern.