Piazza und Pircher gewinnen den 13. Ötzi Alpin Marathon

Der Ötzi Alpin Marathon 2016 ist Geschichte. Die Sieger der 13. Ausgabe des alpinen Extremtriathlons von Naturns auf die Grawand am Schnalstaler Gletscher (42,2 km/3266 Höhenmeter) kommen wie schon im vergangenen Jahr aus Südtirol. Bei den Männern setzte sich der Grödner Georg Piazza durch, bei den Damen wiederholte Anna Pircher (Latsch) ihren Vorjahreserfolg. Die Staffeln gingen an das Team Fischer (Männer), bzw. Team La Sportiva (Frauen). 

Lange Zeit schien es, als würde es heuer erstmals in der zwölfjährigen Geschichte des Ötzi Alpin Marathon einen Herren-Sieger aus Deutschland geben. 

Mit fast sechs Minuten Vorsprung führte Thomas Trainer aus Berchtesgaden bei der ersten Wechselzone in Unser Frau auf den Meraner Roland Osele. Dort stiegen die Athleten vom Mountainbike ab und schlüpften in die Laufschuhe. Die zweite Wechselzone in Kurzras, wo sich die Extremsportler die Tourenskier unterschnallten, erreichte Trainer immer noch fünf Minuten vor Georg Piazza (St. Ulrich/Gröden), der mittlerweile auf den zweiten Platz vorgeprescht war. 

Doch dann kam Piazzas großer Auftritt. Der 37-jährige Ladiner holte beim steilen Aufstieg auf die Grawand Meter um Meter auf, ging schließlich an Trainer vorbei und gewann die 13. Ausgabe des Ötzi Alpin Marathon mit einer Zeit von 3:27.57 Stunden. Für Georg Piazza war es der zweite Sieg beim renommierten Südtiroler Extremsport-Event, nach seinem Triumph im Jahr 2012. Der 28-jährige Thomas Trainer, dessen Spezialdisziplin eigentlich das Skibergsteigen ist, brach auf dem letzten Teilstück komplett ein und wurde mit 1.42 Minuten Rückstand zweiter. Das Podium komplettierte der 23-jährige Andreas Reiterer aus Hafling, der 6.36 Minuten auf Piazza einbüßte. Für Trainer und Reiterer war es das erste Podium beim Ötzi Alpin Marathon. Zweifachsieger Roland Osele (Meran) durfte sich über den vierten Platz freuen, der Deutsche Andreas Crivellin belegte Rang fünf. 

Bei den Damen diktierte zu Beginn Nina Brenn das Tempo. Die 37-jährige Schweizerin (Flims) lag nach den ersten beiden Teilstücken (Mountainbike/Laufen) in Führung. Beim letzten Wechsel auf die Tourenskier betrug Brenns Vorsprung auf Anna Pircher (Latsch) gute zwei Minuten. Auf dem finalen, 6,8 km langen Teilstück mit 1201 Höhenmetern, das mit den Tourenskiern zu bewältigen ist, ging die 42-jährige Vinschgerin aber an der Eidgenössin vorbei und holte sich mit neuer Rekordzeit von 4:08.01 Stunden den Sieg. Pircher hatte den Ötzi Alpin Marathon bereits im Vorjahr für sich entschieden.

Nina Brenn, die Siegerin der Ausgabe von 2013 (auf verkürzter Strecke), freute sich mit 4.03 Minuten Rückstand über den zweiten Platz. Rang drei belegte die Nordtirolerin Verena Krenslehner-Schmid (sie kommt aus Vils), die 8.17 Minuten auf die Tagessiegerin einbüßte.

Favoritensiege bei den Staffeln

Die Herrenstaffel entschied das favorisierte Team Fischer für sich. Der Österreicher Hans Peter Obwaller (MTB), bzw. die Südtiroler Lokalmatadore Hannes Perkmann (Laufen) und Philip Götsch (Tourenskier) setzten sich mit einer Zeit von 3:00.13 Stunden durch, blieben damit knapp über der magischen Drei-Stunden-Marke und durften sich dennoch über eine neue Rekordzeit freuen. Die ist allerdings genauso wie Anna Pirchers neue Bestzeit bei den Damen auch ein wenig dem Umstand geschuldet, dass die Laufstrecke heuer rund 500 Meter kürzer war, dafür der Aufstieg mit den Tourenskiern den halben Kilometer länger. Den zweiten Platz bei den Herren-Staffeln holte sich das Telmekom Team Südtirol (Mattia Longa/Gerd Frick/Alex Oberbacher), vor dem Team Giudicarie (Patrick Facchini/Cesare Maestri/Alex Salvadori).

Bei den Damen gewann das Team La Sportiva in der Besetzung Lorenza Menapace, Francesca Rossi und Elena Nicolini in 3:47.17 und mit genau einer Minute Vorsprung auf das Team Tiroler Versicherung (Marina Ilmer/Petra Pircher/Birgit Stuffer). Auf die niederste Stufe des Podests kletterte das Telmekom Team mit Alexandra Hober, Edeltraud Thaler und Annemarie Gross (3:51.59). Damit unterboten alle drei Damenstaffeln die bisherige Bestmarke.


OK-Team zieht zufrieden Bilanz

Bei der Bergstation Grawand strahlten alle der mehr als 350 Finisher. Und sie durften sich nach den Strapazen der 42,2 Kilometer/3266 Höhenmeter auch als Sieger fühlen. Zufriedene Gesichter gab es zudem bei den Veranstaltern des Amateurclub Ötzi Alpin Marathon. „Wir haben einen spannenden Wettkampf gesehen. Den Siegerinnen und Siegern möchte ich zu ihren starken Leistungen gratulieren. Danken möchte ich von Herzen unseren 220 freiwilligen Helfern und den vielen Sponsoren. Ohne ihre Unterstützung könnten wir ein Event wie den Ötzi Alpin Marathon nicht organisieren“, sagte OK-Chef Peter Rainer, der hofft, viele der diesjährigen Teilnehmer auch bei der 14. Ausgabe Ende April 2017 begrüßen zu dürfen.